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Arena AufSchalke
Das Abenteuer Deutsche-Pokalspiele

So erlebte Spielerin Melanie Meyer das Spontan-Ereignis und den Erfolg, mit dem eigentlich keiner so wirklich rechnete. Hier lesen.

Dienstag-Nachmittag:

Ich bin in der Uni. Das Handy klingelt: Daniel ist am Apparat. „Jaaa hi, ihr seid für die Deutschen Pokalmeisterschaften qualifiziert. Nachrückverfahren. Wollt ihr hin?“, knallt er mir die überwältigende Info um die Ohren. Meine unüberlegte und spontane Antwort kann natürlich nur eine sein: „Na klar!“.
Mit viel Hektik, Stress und dem ein oder anderen Missverständnissen werden alle meine werten Mannschaftskameradinnen mobilisiert und so stehen die Teams für ein ganzes Wochenende mitten im Tischtennisrummel fest.

Donnerstag:

Viel zu früh am Morgen:
Vera ist die Beste: Um kurz nach neun taucht sie bei mir auf, im Auto sitzt bereits Karla. Wir holen Jana ab und düsen Richtung Köln-Brühl. Hier warten sie auf uns: Die Deutschen Pokalspiele 2010 auf Verbandsebene in der Klasse B.
Vor Ort angekommen bemerken wir erstmal eins: Ziemlich ländlich hier.
Die Halle des Karl-Schiller-Berufskollegs ist zwei geteilt: Halle 1 (die repräsentative mit Tribüne) und Halle 2 (die stickige mit improvisierter Caféteria).
Schon bald erfahren wir, dass wir erst nachmittags unser erstes von drei Gruppen-Spielen haben – in Halle 2.

An dieser Stelle sei erwähnt wie lustig wiedereinmal die innerdeutschen Spracherfahrungen waren. Auch wenn alle aus Deutschland kommen, so sprechen wir doch alle anders. Und manch einer einfach furchtbar lustig. Herrlich dieser Dialekt-Mix aus Schwäbisch, Sächsisch, Bayrisch, Kölsch und Nordisch. Und mitten drin wir mit unserem astreinem Hochdeutsch-Ruhrpott. Allen voran natürlich unsere liebe Vera. „Wat is loos?“, würde sie jetzt vielleicht empört sagen.

Nachmittags:

Nun aber zum Spielerischen:
Nachdem wir uns erst das Spiel unserer Freunde aus Viersen (kennengelernt hatten wir uns als Gegner im Halbfinale des Westdeutschen Pokals) angeschaut haben, geht es für uns selber los -
gegen drei motivierte Mädels vom SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal. Was Vera, Jana, Karla und ich noch nicht ahnten: Wir sollten sie mit unserer Erfahrung schlagen. Das ist uns, bis auf Vera natürlich, noch nie passiert. Aber warum nicht? So schlagen wir die Sachsen mit einem klaren 4:0. Das knappste Spiel ist dabei das Doppel von Karla und mir. Erst im fünften Satz gelingt uns der Sieg – dank der Erfahrung (Mensch, sind wir alt geworden). „Man merkt, dass ihr öfter Doppel spielt“, heißt es aus der Viersener Ecke. Ja, das kann man wohl so sagen.

Völlig überwältigt von unserem ersten Sieg fährt Vera uns dann alle heil nach Hause. Schon jetzt haben wir mehr erreicht, als wir am Montag zuvor noch gedacht hätten.

Freitag:

Weiter geht's. Gleiche Uhrzeit am frühen Morgen, auf geht's Richtung Brühl. Diesmal mit Kathi anstelle von Karla beim zweiten Gruppenspiel gegen TSV Watenbüttel II aus Braunschweig. Hin und her geht es, Sieg und Niederlage liegen nahe beieinander. Am Ende sorgt Kathi bei einem Stand von 3:3 für den entscheidenden Punkt: Im fünften Satz bewahrt sie die Nerven und gewinnt gegen ein starkes Brett II und sichert uns so den zweiten Gruppensieg.

So ist auch der Tag vollbracht und wir fahren jubeltrunken heim. Veras Berechnungen zu Folge reicht uns am nächsten Tag eine knappe Niederlage um im Viertelfinale starten zu können.

Samstag:

12 Uhr:
Letztes Gruppenspiel gegen die Sportfreunde Haßmersheim aus der Nähe von Heidelberg. Mit einem klaren 4:0 Sieg feiern Vera, Kathi und ich den Einzug ins Viertelfinale.

Was bei allen Mannschaften immer sehr erfrischend ist, ist das Miteinander. Alle Teams gegen die wir spielen sind sehr sportliche, sympathische Menschen, mit denen wir uns gut verstehen.

Dennoch scheinen wir in unseren Schalke-Shirts auch hier, abseits des Fußballs, Deutschland zu polarisieren. Entweder man hasst uns, oder man liebt uns – zumindest stellvertretend für den S04. Sprüche wie „Na, macht ihr es wie die Fußballer und werdet Meister der Herzen?“ oder „Ich bin Dortmund-Fan, wehe ihr sagt jemandem, dass ich mit euch gesprochen habe“ sind an der Tagesordnung. Nur ab und an will sich jemand freiwillig mit uns und unseren tollen Shirts fotografieren lassen – die wahren Fans.

Irgendwann zwischen 14 und 18 Uhr:

Das Viertelfinalspiel ist erst für 18 Uhr angesetzt – in der repräsentativen Halle 1. Frühzeitig sichern wir uns natürlich Plätze auf der Tribüne. Dort hängen wir dann herum, während die Viertelfinalspiele der A-Klassen laufen. Ich schaffe es doch tatsächlich neben einem Trommler liegend einzuschlafen. Vera rechnet natürlich weiterhin unsere Chancen auf das Erreichen des Halbfinales am nächsten Tag aus.

Als dann unser Gegner feststeht (TTG Rechen-Ulm) kann Vera nichts mehr halten. Auch wenn wir keine Ahnung haben, was diese Mannschaft kann, nach Vera stehen wir quasi schon im Halbfinale. Langsam fangen wir alle an ein bisschen durchzudrehen.

18 Uhr:

Endlich ist es soweit: Das Spiel beginnt. Was blöd ist: Ruck zuck ist das Spiel auch schon vorbei. 1:4 verlieren wir im Viertelfinale. Der Traum vom Halbfinale ist geplatzt. Einzig Vera konnte sich in einem Einzel durchsetzen. In allen anderen Spielen mussten wir uns knapp geschlagen geben.
Ärgerlich. Aber wir sind ja gute Verlierer, gratulieren und lassen erst danach unserer Enttäuschung freien Lauf.

Die Rückfahrt:

So langsam können wir die Niederlage verkraften und erkennen:
Wir haben es als Gruppenerster sportlich weitergebracht als erwartet und menschlich sind wir alle als Mannschaft wieder näher gerückt. Als Team haben wir gewonnen und verloren – und vor allem haben wir eine Menge Spaß gehabt bei unserem Abenteuer „Deutsche Pokalmeisterschaften“.

Danke an die Mädels und natürlich an den Abteilungsvorstand des S04, der uns die Fahrtkosten sponserte und so unseren Auftritt auf Bundesebene überhaupt ermöglicht hat.


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